Hintergrundinformationen

In jedem Jahr werden das Wort, Unwort und Jugendwort des Jahres gekürt. Warum soll man da nicht auch eine Gebärde des Jahres wählen können? Das ist längst überfällig, dachte sich das Berufsbildungswerk Leipzig schon im Jahr 2012 und führt seitdem diese Aktion regelmäßig durch.

200.000 Menschen kommunizieren in Deutscher Gebärdensprache (abgekürzt DGS), die seit 2002 eine anerkannte Sprache und Muttersprache von gehörlosen Menschen. Menschen mit einer Hörbehinderung kommunizieren in DGS, einer für viele Menschen fremden Sprache. Das Berufsbildungswerk Leipzig macht mit der Aktion Gebärde des Jahres jedes Jahr auf die Besonderheit und Vielseitigkeit dieser Sprache aufmerksam, um Interesse zu wecken und Barrieren abzubauen.

„Genau wie es in der Lautsprache neue Begriffe, Umgangssprache oder neue Wortzusammensetzungen gibt, so gibt es in der DGS natürlich auch ständig neue Gebärden“, so BBW-Sprecherin Maike Hillenbach. Und die würden für die Aktion gesucht. Gebärden aus den Bereichen Politik, Sport, Freizeit, Bildung, Kunst, Theater usw. können gezeigt werden. Dem Einfallsreichtum und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Die Gebärde des Jahres 2015 ist „betroffen“ von Josephine Hoffmann:

„Der Tod des kleinen syrischen Jungen Ailan, der am Strand angespült wurde, macht Menschen betroffen. Die Gebärde steht für viele Dinge, die uns begegnen, die uns beeinflussen, die uns verändern und die uns betroffen machen“, erklärt Gewinnerin Josephine Hoffmann, die diese Gebärde eingereicht hat.